Gut zu wissen

Samba und so!

sambastylieAn dieser Stelle soll es in nächster Zeit einige "Aufklärungsschriften" geben über die Musik und das sich damit verbindene Lebensgefühl, welche uns als Band erst überhaupt zusammengebracht und geformt hat.

Samba bezeichnet einen brasilianischen Musikstil, der zwar meist mit der Stadt Rio de Janeiro in Verbindung gebracht wird, jedoch in unterschiedlichen Ausprägungen in fast ganz Brasilien gespielt und getanzt wird. Es handelt sich also um eine Musik und um einen Tanz. Los geht es mit dem Wort an sich und welche Bedeutung sich dahinter verbirgt. Samba wird in verschiedene Stilarten dargeboten. Es gibt z.B. den Samba-Enredo, das ist der Karnevalssamba schlechthin und wird von den großen Sambaschulen in Rio de Janeiro, São Paulo und Recife beim Karneval mit Gesang vorgetragen, dann den Samba-Batucada, dieser ist zumindest vom Namen her der bekannteste, dann gibt es noch den Pagode (eine wunderbare Sonntag Nachmittag Musik) und den vor allem in Deutschland sehr häufig anzutreffenden und aus dem Norden Brasiliens stammende Samba Reggae.


Timba - gut gegen Hände!?

timbaDie Timba ist eine Handtrommel der brasilianischen Musik. Ursprünglich nur als sogenannte Handtrommel auf den Knien quer liegend im Pagode verwendet, hat die Timba ab Beginn der 80er Jahre ihren Siegeszug im Norden Brasiliens angetreten.

Carlinhos Brown war der erste, der in den 1980er Jahren die Timba als Handtrommel in seiner Gruppe Timbalada einsetzte und damit eine musikalische Revolution in Salvador da Bahia auslöste.

Die Timba wurde ein prägendes Instrument des Samba Reggae und der Blocos Afros.

Die Spieltechnik ähnelt dem Spielen auf einer Djembe. Die drei prägenden Töne Open, Slap und Bass werden genauso wie auf einer Djembe gespielt. Der Klang ist allerdings höher und trockener. Das ist einerseits bedingt durch das Plastefell und durch die Verwendung des Corpusmaterials und der Bauform. Bei einer Djembe werden vorwiegend Harthölzer wie Iroko oder Mahagonie verwendet, bei einer Timba wird Pressholz verbaut.

Das Spielen auf einer Timba ist am Anfang leider immer mit Schmerzen verbunden. Im Laufe der Zeit bilden sich aber erfreulicherweise nette kleine Hornhautansammlungen, die weitere Zerstörungen der Handoberhaut größtenteils verhindert. Der Lohn dieser schmerzvollen und längeren Prozedur ist die Fähigkeit einer Bateria mit Solis oder flotten Grooves ordentlich Beine zu machen.

Die neuesten Entwicklungen im Timbaspiel gehen hin zur Flying-Hand-Technik, ähnlich wie bei Congas oder Bongos und zu weiteren Tonarten die durch Abdämpfungen mit einer Hand und speziellen Schlagtechniken erreicht werden.


Die Surdo - was für richtige Bassfreaks!

Die brasilianische Surdo ist eine zylindrische Trommel und gehört zu den größten und wichtigsten Instrumenten der Bateria de Samba. Sie liefert die rhythmische Basis des Stücks und ist dadurch maßgeblich für die Kontrolle der Spielgeschwindigkeit verantwortlich.Ganz besonders wichtig zu wissen ist das das Surdospielen nicht ohne ausreichende Kraftreserven angegangen werden sollte. Die Surdo ist ein wahrer Energiefresser, allerdings ist der Effekt sowohl für das Publikum als auch für die Bateria bei einem kraftvollen und dynamischen Spiel auch um so größer.

An dieser Stelle ein großes Dankeschön an all die starken Mädels in unserer Gruppe, die sich immer mit den dicken Dingern abschleppen müssen. Die Surdo gibt es in unzähligen Klangvarianten. Das liegt zum einen an den 3 unterschiedlichen Surdotypen: Primero, Segundo und Terceiro, welche unterschiedliche Durchmesser und Fellspannungen und daraus resultierend einen anderen Sound haben. Zum anderen gibt es unterschiedliche Fellarten, Baukörper aus Holz oder Metall und verschiedene Bauhöhen. Daher ist es gar nicht leicht sich zwischen den vielen Klang- und Soundvarianten zu entscheiden.Hat man dann "seine" Surdo gefunden, steht einem fantastischen Basssound nichts mehr entgegen. Die Surdo ist relativ leicht zu spielen, wobei es auch hier eine immense Auswahl an Rhythmen, so das auch fortgeschrittene Spieler sich niemals langweilen werden. Gespielt wird meistens mit einem Schlegel, bei einigen Grooves wie Samba Reagge, Bajon oder Samba Duro werden aber auch zwei Schlegel verwendet. Für besondere Akzente und Rhythmen kommt auch ab und an ein Stick zum Einsatz.


Die Snare, die Snare, die ist nicht schwer - zu tragen?

Klein und unscheinbar und trotzdem der Dreh- und Angelpunkt jeder ordentlichen Bateria.Sollte es tatsächlich so etwas wie ein Instrumente-Ranking in der Bateria geben, dann würde die Snare mit Sicherheit ganz vorne dabei sein. Ohne einen ordentlichen Snaresound wird es sehr schwer das Feeling, das Tempo und die Energie an das Publikum zu übertragen. Im Grunde sieht das Spielen, so wie bei allen anderen relativ einfach aus, zumal die Grooves an der Snare im Stück kaum variieren.

Diese Konstanz im Spielen ist aber genau die Herausforderung die es zu meistern gilt. Ohne einem stetigen und gleichbleibenden Groove wird sich die Magie nur sehr schwer entwickeln, die nötig ist um die Leute zum tanzen zu bringen. Der Sound einer Snare ist sehr dominant und "krachig". Im Grunde klingt die Snare bei uns vom Klang her so ähnlich wie bei jedem Spielmanszug. Der Unterschied liegt dann aber erfreulicherweise im Rhythmus und in der Geschwindigkeit.In Europa und insbesondere auch in Deutschland spielen viele Gruppen mit einer Snare als Rhythmusmaschine. In Brasilien wird anstatt der Snare vorwiegend eine Caixa verwendet. Die Caixa sieht so ähnlich aus, wird allerdings etwas anders gespielt und hat statt einem unter dem Boden angebrachten Spiralteppich mehrere dünne Drähte auf dem oberen Fell liegen. Dadurch klingen Ciaxas trockener und etwas strukturierter. Der Einsatz von Caixas hängt auch von den jeweiligen Musikstilen ab. Dazu später mehr.

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